Ratgeber

Neugründungen in Österreich finden. Quellen, Zahlen und der Weg zum Erstkontakt.

2025 zählte die Wirtschaftskammer knapp 40.000 Neugründungen in Österreich.1 Hier lesen Sie, wo Neugründungen veröffentlicht werden, welche davon im Firmenbuch stehen und wie Sie passende neue Firmen gezielt ansprechen.

Wo werden Neugründungen veröffentlicht?

Es gibt nicht das eine Gründungsverzeichnis. Welche Quelle eine neue Firma zeigt, hängt von ihrer Rechtsform ab.

Firmenbuch und Ediktsdatei

Das Firmenbuch ist das öffentliche Register der Gerichte. Jede Eintragung wird in der Ediktsdatei der Justiz bekannt gemacht, kostenlos einsehbar unter edikte.justiz.gv.at.2 Einzelne Firmen finden Sie über die Firmenbuchabfrage; ein vollständiger Auszug kostet online 4,89 €.3

EVI

Eintragungen von Kapitalgesellschaften wie GmbH, FlexCo und AG erscheinen zusätzlich auf der Elektronischen Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes (evi.gv.at), jene von e.U., OG und KG nicht. EVI hat am 1. Juli 2023 das gedruckte Amtsblatt zur Wiener Zeitung abgelöst.4

Offene Firmenbuchdaten

Seit Jänner 2025 stellt das Justizministerium hochwertige Datensätze des Firmenbuchs kostenlos über JustizOnline bereit, mit ID Austria und nach eigenen Nutzungsbedingungen. Um daraus Neugründungen herauszulesen, müssen die Daten maschinell verarbeitet werden.5

GISA

Das Gewerbeinformationssystem Austria verzeichnet Gewerbeberechtigungen, auch die der vielen Einzelunternehmen, die nicht im Firmenbuch stehen. Eine neue Gewerbeberechtigung ist aber nicht immer eine Neugründung: Auch bestehende Firmen melden neue Gewerbe an.6

Wer im Firmenbuch steht und wer nicht.

Immer eingetragen sind Kapitalgesellschaften (GmbH, FlexCo, AG) und die Personengesellschaften OG und KG. Sie entstehen erst mit der Eintragung. Das gilt auch für die Flexible Kapitalgesellschaft (FlexCo), die es seit 1. Jänner 2024 gibt.7

Meist nicht eingetragen sind neue Einzelunternehmen. Sie müssen erst bei mehr als 700.000 € Umsatz in zwei aufeinanderfolgenden Jahren oder mehr als 1 Mio. € in einem Jahr ins Firmenbuch; darunter ist die Eintragung freiwillig.8

Für den Vertrieb heißt das: Wer an Gesellschaften verkauft, also an GmbH, FlexCo, OG oder KG, findet jede neue im Firmenbuch. Einzelunternehmen stehen dort nur, wenn sie sich freiwillig oder wegen ihres Umsatzes eintragen lassen.

Wie viele Neugründungen gibt es pro Jahr?

Die Wirtschaftskammer zählte 2025 in Österreich 39.978 Neugründungen, 9,4 % mehr als im Jahr davor; selbständige Personenbetreuer:innen sind darin nicht enthalten.1 Die große Mehrheit sind Einzelunternehmen.

  • 39.9781Neugründungen 2025 laut WKO, vorläufig
  • 82,6 %9davon Einzelunternehmen
  • 13,1 %9GmbH
  • 3,8 %9OG, KG und FlexCo zusammen

Die WKO zählt nur Kammermitglieder und rechnet Übernahmen, Rechtsformwechsel und neue Standorte heraus. Das Firmenbuch verzeichnet auch Gesellschaften, die nicht Kammermitglied sind, etwa reine Holdinggesellschaften ohne Gewerbe oder Gesellschaften freier Berufe. Die Zahlen beider Quellen sind deshalb nicht direkt vergleichbar.

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Wählen Sie Zielbranche und Region. Die kostenlose Vorschau zeigt die Neugründungen der letzten 30 Tage – mit Anzahl und anonymisierten Beispielen.

Die Vorschau zeigt Anzahl und anonymisierte Beispiele. Für Ihre Aussendung legen Sie Brief und Budget im kostenlosen Konto fest.10

So könnte Ihr Brief aussehen

Ihre Zielbranche

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Drei Wege, Neugründungen zu finden.

  1. Selbst nachsehen

    Die Bekanntmachungen in der Ediktsdatei und auf EVI sind kostenlos, aber nicht nach Ihrer Zielgruppe sortiert. Wer nach Branche und Gebiet filtern will, muss dafür jeden Werktag Zeit einplanen.

  2. Eine Liste kaufen

    Eine einmalige Liste enthält nur die Firmen bis zum Stichtag, und Ihr Mitbewerb kann dieselbe Liste kaufen. Neugründungen, die danach eingetragen werden, stehen nicht darauf.

  3. Laufend automatisch auswählen

    Gründerradar wertet die Neueintragungen im Firmenbuch mehrmals täglich aus und prüft sie gegen Ihr Suchprofil: Branche, Bundesland, Bezirk und Rechtsform. Sie prüfen Empfänger, Brief und Budget; Ihr Brief geht erst nach Ihrer Freigabe hinaus.

Neugründungen ansprechen: per Brief.

Werbeanruf und Werbe-E-Mail brauchen nach § 174 TKG 2021 auch im Geschäftsverkehr grundsätzlich eine vorherige Einwilligung. Der persönlich adressierte Brief an ein Unternehmen stützt sich dagegen auf berechtigtes Interesse (Art 6 Abs 1 lit f DSGVO). Jede angeschriebene Firma kann der weiteren Zusendung jederzeit widersprechen.

Ein guter Erstbrief an eine neue Firma nennt einen konkreten Anlass aus der Gründungsphase, ein klar umrissenes Einstiegsangebot und eine Person, die antwortet. Gründerradar übernimmt Druck, Kuvert und Porto. Ein Standardbrief kostet einzeln 5,90 € und ab 2,90 € im Paket.11

Neugründungen persönlich anschreiben.

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Quellen & Hinweise

  1. WKO Gründungsstatistik 2025, vorläufige Werte (Stand 01/2026): 39.978 Neugründungen ohne selbständige Personenbetreuung, +9,4 % gegenüber 2024 (36.555). Gezählt werden Neugründungen von Kammermitgliedern; Betriebsübernahmen, Rechtsformwechsel und neue Standorte bestehender Unternehmen sind nicht enthalten. Quelle öffnen
  2. § 10 UGB: Eintragungen in das Firmenbuch werden in der Ediktsdatei bekannt gemacht; Eintragungen, die nicht eingetragene Einzelunternehmer, offene Gesellschaften oder Kommanditgesellschaften betreffen, zusätzlich im Amtsblatt (heute EVI). Quelle öffnen
  3. Bundesministerium für Justiz, Firmenbuchabfrage: vollständiger Firmenbuchauszug online 4,89 €, bei Gericht 19 €. Quelle öffnen
  4. Elektronische Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes (EVI), seit 1. Juli 2023 an Stelle des Amtsblatts zur Wiener Zeitung. Quelle öffnen
  5. Bundesministerium für Justiz, Weiterverwendung von Informationen: hochwertige Datensätze (High-Value-Datasets) des Firmenbuchs seit Jänner 2025 kostenlos über JustizOnline, Zugang mit ID Austria oder EU-eID, Nutzung nach den JustizOnline-Nutzungsbedingungen (IWG). Quelle öffnen
  6. GISA — Gewerbeinformationssystem Austria, öffentliche Abfrage der Gewerbeberechtigungen. Quelle öffnen
  7. WKO, Flexible Kapitalgesellschaft (FlexKapGG): seit 1. Jänner 2024 verfügbar, Mindeststammkapital 10.000 €; die Gesellschaft entsteht mit der Eintragung im Firmenbuch. Für GmbH gilt dasselbe (§ 2 GmbHG), für OG und KG § 123 UGB. Quelle öffnen
  8. Eintragungspflicht für Einzelunternehmer nach § 8 Abs 1 iVm § 189 UGB: bei mehr als 700.000 € Umsatzerlösen in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren oder mehr als 1 Mio. € in einem Geschäftsjahr. Freie Berufe sowie Land- und Forstwirte sind ausgenommen; darunter ist die Eintragung freiwillig. Quelle öffnen
  9. WKO Factsheet Gründungsstatistik 2026: Anteile der Rechtsformen an den Neugründungen 2025 — Einzelunternehmen 82,6 %, GmbH 13,1 %, OG 1,9 %, KG 1,2 %, FlexCo 0,7 %. Quelle öffnen
  10. Aus den offenen Registerdaten der letzten 30 Tage: die Zahl aller Neugründungen im gewählten Bundesland und bis zu drei Beispielzeilen daraus, mit maskiertem Firmennamen. Vollständige Namen und Adressen gehören zum kostenpflichtigen Rückblick. Keine Prognose und kein Erfolgsversprechen.
  11. Alle Preise sind Endpreise — als Kleinunternehmer gemäß § 6 Abs. 1 Z 27 UStG verrechnen wir derzeit keine Umsatzsteuer. Ein Standardbrief umfasst bis zu 2 A4-Seiten in Schwarzweiß und kostet einzeln 5,90 € oder ab 2,90 € im Paket, jeweils inklusive Druck, Kuvert und Porto (Österreich). Farbdruck, zusätzliche Seiten (bis vier je Brief) und Premium-Zustellung kosten je Brief einen Aufpreis gemäß Preisliste (AGB Punkt 4.4).